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ETCS-Level 3

  • Zukünftig geplante Anwendungsstufe für anzeigegeführte Zugfahrten; die Funktionsweise ähnelt Level 2 - mit zusätzlichen Erweiterungen
  • Es erfolgt eine kontinuierliche Kommunikation über GSM-R mit dem Radio Block Centre (RBC); die fahrzeugseitige Ortung (Referenz) erfolgt über Eurobalisen
  • Auf Strecken mit Level 2 und höher kann auf ortsfeste Signale verzichtet werden; zusätzlich sind bei Level 3 keine Gleisfreimeldeanlagen mehr nötig
  • Erhöhung der Streckenkapazität durch "Moving Block" (Bewegungsblock)
  • Level 3 ist bislang nicht Teil der ETCS-Strategie; auf europäischer Ebene laufen Entwicklungen



Allgemein  [1][2]

ETCS-Level 3 funktioniert im Grunde ähnlich wie ►ETCS-Level 2 - verfügt aber über zusätzliche Erweiterungen. So kann bspw. auf streckenseitige ►Gleisfreimeldeanlagen (GFM) verzichtet werden, da die Gleisfreimeldung vom ►Radio Block Centre (RBC) übernommen wird. Hierzu ist es jedoch nötig, dass die ETCS-Fahrzeugeinrichtung die Zugvollständigkeit überwacht.

Durch ETCS-Level 3 ist auch ein „Moving Block“ möglich, sodass sich in manchen Fällen eine weitere Kapazitätserhöhung erreichen lässt. Die Einteilung der Strecke in feste Blockabstände entfällt daher.


Funktionsprinzip ETCS-Level 3.

(Bild: DB Netz AG)



ETCS-Strategie der DB Netz AG  [1]

ETCS-Level 3 ist derzeit noch nicht Teil der ETCS-Strategie der DB Netz AG. Auf europäischer Ebene laufen zur Zeit Entwicklungen für den Einsatz von ETCS-Level 3 als optimierte Variante auf Regionalstrecken, auch als "ERTMS Regional" bekannt.



Literaturquelle:

[1]  Broschüre "European Train Control System bei der DB Netz AG", 2014

[2]  Fachbuch "Sicherung des Schienenverkehrs", 2. Auflage, 2013, ab Seite 200