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ETCS-Level 1 Limited Supervision (LS)

  • Anwendungsstufe und Modus, bei dem eine Zugfahrt signalgeführt und mit einer Geschwindigkeit von höchstens 160 km/h erfolgt
  • ETCS-Level 1 im Modus LS ist mit der heutigen Punktförmigen Zugbeeinflussung (PZB) vergleichbar
  • Die Kommunikation zwischen Zug und Strecke erfolgt über eine LEU punktuell über Euroloop und Eurobalisen
  • Die Kommunikation streckenseitig zum Fahrzeug erfolgt punkförmig über Eurobalisen bzw. linienförmig über eine begrenzte Wirklänge mittels Euroloop
  • Gleisfreimeldeanlagen sind weiterhin erforderlich



Allgemein  [1][2]

Eine Zugfahrt unter ETCS Level 1 LS ist signalgeführt, wodurch ortsfeste Signale durch den ►Triebfahrzeugführer (Tf) beachtet werden müssen. Das Fahrzeuggerät überwacht dabei kontinuierlich die gefahrene Geschwindigkeit. ETCS-Level 1 LS ist nur für Geschwindigkeiten bis 160 km/h erlaubt und besitzt eine ähnliche Ausprägung wie das deutsche Klasse-B-System ►PZB.

Die von ETCS benötigten Informationen für die Fahrterlaubnis (►Movement Authority, MA) werden nicht im Stellwerk abgegriffen, sondern von den LST-Komponenten am Gleis, z. B. von Signalen, die in eine ►Lineside Electronic Unit (LEU) eingespeist und mittels Balisen an das ETCS-Fahrzeuggerät (►European Vital Computer, EVC) übergeben werden. ►Gleisfreimeldeanlagen (GFM) geben dem Stellwerk die Information, ob ein Gleisabschnitt belegt oder frei von Fahrzeugen ist.

Bei Level 1 LS kann die LEU als „Mini-LEU“ ausgeführt werden, da diese nur sehr wenig Energie benötigt und gegenüber einer „Voll-LEU“ bei ETCS-Level 1 nur einen geringen Funktionsumfang
besitzt. Die LEU generiert aus den Informationen der LST-Komponenten die Telegramme, die an das Fahrzeug bei Überfahrt übergeben werden.


Funktionsprinzip ETCS-Lebel 1 LS.

(Bild: DB Netz AG)



Literaturquelle:

[1]  Broschüre "European Train Control System bei der DB Netz AG", 2014

[2]  Fachbuch "Sicherung des Schienenverkehrs", 2. Auflage, 2013, ab Seite 200