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ETCS-Level 1 Full Supervision (FS)

  • "Full Supervision" (FS) ermöglicht technisch eine Vollüberwachung - auch unter ECTS-Level 1
  • Die Kommunikation streckenseitig zum Fahrzeug erfolgt punkförmig über Eurobalisen bzw. linienförmig über eine begrenzte Wirklänge mittels Euroloop
  • Gleisfreimeldeanlagen sind weiterhin erforderlich
  • Der Modus FS unter ETCS-Level 1 ist in Deutschland nicht vorgesehen; es wird der Modus "Limited Supervision" (LS) verwendet (siehe ETCS-Level 1 LS)



Allgemein  [1][2]

ETCS-Level 1 besetzt die volle Funktionalität einer Zugbeeinflussung mit diskontinierlicher (aufeinanderfolgend mit räumlichen Unterbrechungen) und kontinuierlicher Übertragung. Die Informationen werden mithilfe von ►Eurobalisen übertragen und können durch Infill-Elemente ergänzt werden. Dabei findet nur eine Kommunikation von der Strecke zum Fahrzeug statt.


Funktionsprinzip ETCS-Level 1.

(Bild: DB Netz AG)


Full Supervision (FS) ermöglicht die "Vollüberwachung" eines unter Level 1 des ►European Train Control System (ETCS) wirkenden Zuges, bei der einem Fahrzeug auch die Stellung aller zuerwartenden Signale bekannt ist. Voraussetzung für diesen Modus (siehe auch Übersicht ►ETCS-Modi) ist, dass eine Fahrterlaubnis (►Movement Authority, MA) von der Strecke an das Fahrzeug übertragen wurde. Dies kann bei Beginn der Fahrt frühestens nach der Überfahrt der ersten Eurobalise erfolgen, da der Strecke hierfür unter anderem die Position des Fahrzeugs bekannt sein muss.



Keine Anwendung in Deutschland  [1]

Die Vollüberwachung (Full Supervision, FS) unter Level 1 ist in Deutschland laut der DB Netz AG nicht vorgesehen und findet daher keine Anwendung.



Literaturquelle:

[1]  Broschüre "European Train Control System bei der DB Netz AG", 2014

[2]  Fachbuch "Sicherung des Schienenverkehrs", 2. Auflage, 2013, ab Seite 200