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Hektometerzeichen (HMZ)


Allgemein  [1]

  • Hektometerzeichen, abgekürzt "HMZ", geben die Streckenkilometrierung an.
  • Die obere Zahl gibt den Kilometer an, die untere den Hektometer.
  • Die Zeichen dienen dem ►Triebfahrzeugführer (Tf), Instandhaltungs- und Betriebspersonal sowie den Polizei- und Rettungskräften bei der Orientierung auf der Strecke.
  • Der Triebfahrzeugführer erkennt an der Streckenkilometrierung, wo sich der Zug derzeit auf der Strecke befindet. Anhand der Fahrplanunterlagen - dem ►EBuLa, ►Buchfahrplan, ►Geschwindigkeitsheft oder der ►La - lässt sich ersehen, an welchem Streckenkilometer eine bestimmte Betriebsstelle oder Signal sowie ab wo welche Geschwindigkeit zu erwarten ist. Daraus resultierend, lässt sich bspw. die Entfernung zum nächsten Halt oder einem Geschwindigkeitswechsel ableiten.
  • Hektometerzeichen sind an mehrgleisigen Strecken meist beiderseits entlang der Strecke aufgestellt. Sie können an Pfosten, an Signal- oder Oberleitungsmasten sowie an Tunnelwänden befestigt sein.


Das Hektometerzeichen gibt den Streckenkilometer, den Hektometer und die Korrekturangabe (m) an. Diese Tafel steht bei km 64,186.



HMZ mit NBÜ-Kennzeichen

Hektometerzeichen, die auf einem Streckenabschnitt mit ►Notbremsüberbrückung (NBÜ) aufgestellt sind, werden durch einen orangefarbenen waagerechten Streifen ober- und unterhalb der Tafel (siehe ►Hektometerzeichen mit NBÜ-Kennzeichen) ergänzt.

Sie werden insbesondere an Streckenabschnitten verwendet, die bei einer Notbremsung für Rettungskräfte schlecht zu erreichen wären, also bspw. vor und in Tunneln oder auf langen Brücken.


Das Hektometerzeichen verfügt zusätzlich über ein NBÜ-Kennzeichen.



HMZ auf Hauptbahnen

Auf Hauptbahnen werden Hektometerzeichen i.d.R. in einem Abstand von 200 Metern, an allen geradzahligen Hektometerdistanzen, entlang der Strecke aufgestellt.


Hektometerzeichen im Abstand von rund 200 m.



HMZ auf Nebenbahnen

Auf Nebenbahnen können Hektometerzeichen abweichend auch in einem Abstand von 500 Metern aufgestellt sein.



Negative HMZ

In Einzelfällen können negative Hektometerzeichen verwendet werden. Sie geben mithilfe eines Minuszeichens die Streckenverlängerung - von meist wenigen hundert Metern - vor dem Beginn eines Bereichs mit der Kilometerstelle 0,0 an.

Sie werden genutzt, um nicht die bestehenden Hektometerzeichen einer kompletten Strecke erneuern zu müssen.


Die Hektometerzeichen vor Beginn einer Strecke sind zusätzlich mit einem Minuszeichen gekennzeichnet.



Zwischenkilometrierung

Weist ein kurzer Streckenabschnitt in der Kilometrierung eine Lücke - von meist wenigen hundert Metern oder sogar wenigen Kilometern auf -, so kann durch eine Zwischenkilometrierung eine Überlänge gekennzeichnet werden. Damit wird vermieden, dass die restliche Strecke komplett neu durchkilometriert werden muss.

Diese Hektometertafeln stehen hier ebenfalls im Abstand von 200 m zueinander und enthalten die zusätzliche Angabe der Hektometerdistanzen die mit einem Plus ergänzt werden.


Diese Hektometerzeichen kennzeichnen eine Zwischenkilometrierung aufgrund einer Überlänge von 600 m zwischen km 19,8 und 20,0.



Kilometrierungssprünge

Kilomerierungssprünge können auftreten, wenn bspw. ein Streckenabschnitt auf Grund von Umbauten verkürzt wurde. Diese sind in den Fahrplanunterlagen vermerkt.


Diese Hektometerzeichen kennzeichnen einen Kilometrierungssprung, da zwischen 12,8 und 13,4 eine Verkürzung der Strecke um 600 m vorliegt.



Hektometersteine

In der Anfangszeit der Eisenbahn wurden Kilometer-/Hektometersteine eingesetzt.




Beispiele für Hektometerzeichen und -steine

Hektometerzeichen bei Streckenkilometer 19,8. 




Hektometerstein bei Streckenkilometer 63,7.


Literaturquelle:

[1]  Ril 301.9001 Abschn. 9 - gültig ab 09.12.2012