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Zugstraße

  • Technisch gesicherter Fahrweg (Fahrstraße) für einen Zug im Regelbetrieb



Allgemein  [1][2]

Eine Zugstraße ist eine Fahrstraße, die für eine Zugfahrt im Regelbetrieb sicherungstechnisch freigegeben ist. Sie bildet somit den von einem Stellwerk oder einer Betriebzentrale eingestellten und technisch gesicherten Fahrweg für einen Zug - in einem Bahnhof sowie auf der freien Strecke.


Zur Sicherung einer Zugstraße gehört im Gegensatz zur Rangierstraße


Einzelne Zugstraßen in Bahnhöfen werden je nach Zweck auch

  • als Einfahrzugstraße (vom Einfahrsignal bis zum Ausfahr- oder Zwischensignal) bzw.
  • als Ausfahrzugstraße (vom Ausfahr- oder Zwischensignal bis zu einem virtuellen Fahrstraßenfeld der freien Strecke)

bezeichnet.



Zughilfsfahrstraße bei Gegengleisfahrt ohne GWB  [2]

Für eine Zugfahrt, die bspw. in oder aus einem Gegengleis ohne eingerichteten Gleiswechselbetrieb (GWB) führen soll, für die keine Signalstellung ausgeführt werden kann, muss eine Zughilfsfahrstraße eingestellt werden.



Manuelle Bedienung oder automatische Zuglenkung  [2]

Während Zugstraßen in älteren Stellwerksbauformen durch einen Fahrdienstleiter nur manuell eingestellt werden können, bieten moderne Elektronische Stellwerke (ESTW) zudem eine automatische Fahrstaßeneinstellung durch ein Zuglenksystem (Zuglenkung). Ein Vorläufer der Zuglenkung ist der Selbststellbetrieb, der bereits in Gleisbildstellwerken und als zusätzliche Funktion in früheren elektronischen Stellwerken realisiert wurde.



Einstellen von Zugstraßen im ESTW  [2]

Wird eine Zugstraße im ESTW durch eine Start-/Zielbedienung eingegeben und ausgeführt, laufen die Weichen bedingt durch die Weichenlaufkette in die erforderliche Stellung. Sobald alle Fahrwegselemente gesichert, verschlossen und frei sind, kommt das Startsignal - das Hauptsignal, mit dem der Fahrt zugestimmt wird - in Fahrtstellung.


Eine Zugstraße wird festgelegt, wenn

  • die Weichen und Kreuzungen im Fahr- und im Durchrutschweg sowie die Flankenschutzeinrichtungen in der richtigen Stellung verschlossen sind,
  • die Sellungsmelder der Weichen und Kreuzungen sowie die Gleismelder der Gleisabschnitte im Fahr- und Durchrutschweg grün leuchten ,
  • die Sperrsignale im Fahrweg Signal Sh 1 zeigen,
  • die Blockbedingungen erfüllt sind,
  • bei signalgesteuerten Bahnübergangssicherungsanlagen die Bahnübergangsfreimeldung angezeigt wird und
  • das Zielsignal für diese Fahrstraße einen logischen Signalbegriff zeigt.

 


Literaturquelle:
[1]  Jörn Pachl, "Systemtechnik des Schienenverkehrs - Bahnbetrieb planen, steuern und sichern", Springer Verlag, 7. Auflage, 2013, Seite 269

[2]  Walter Jonas, "Elektronische Stellwerke bedienen - Der Regelbetrieb", Bahn Fachverlag, 2. Auflage, 2014, Seite 129