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Steuerventil

  • Zentrales Bauteil einer (durchgehenden) indirekt wirkenden Druckluftbremse in jedem Fahrzeug
  • Dient der Versorgung der Vorratsluftbehälter über die HL
  • Setzt die Bremskraft, herbeigeführt durch Druckänderung in der HL, im Bremszylinder mit Druckluft aus dem Vorratsluftbehälter um



Allgemein  [1]

Das Steuerventil ist das zentrale Bauteil einer indirekt wirkenden Druckluftbremse, die das Anlegen und Lösen der Bremsen, herbeigeführt durch eine Druckveränderung in der Hauptluftleitung (HL), umsetzt. 


Steuerventil einer indirekt wirkenden Druckluftbremse


Das Steuerventil dient


und sorgt zudem dafür, dass

  • beim Anlegevorgang eine Absenkung des HL-Drucks unter 5 bar indirekt zum Aufbau von Druckluft im Bremszylinder - gespeist aus dem Vorratsluftbehälter - führt (Bremsen legen an)
  • beim Lösevorgang ein Anstieg des HL-Drucks bis auf 5 bar indirekt zum Entweichen der Druckluft aus dem Bremszylinder führt (Bremsen lösen)



Unterscheidung von Steuerventilen  [1]

Steuerventile lassen sich je nach Verhalten beim Lösevorgangs unterscheiden in einlösige und mehrlösige Steuerventile. Welche Steuerventilbauart in einem Fahrzeug verwendet wird, kann der Bremsanschrift entnommen werden.



Einlösige Steuerventile

Einlösige Steuerventile lösen bei einer Erhöhung des HL-Drucks vollständig aus und sorgen somit dafür, dass es zu einer schnellen Erschöpfung des Druckluftvorrats im Vorratsluftbehälter kommt, woraufhin mit jedem Lösevorgang die Bremse zusätzlich an Wirksamkeit verliert. Aufgrund dieser Eigenschaft werden einlösige Steuerventile heute nur noch in sehr geringem Umfang eingesetzt. Sie waren jedoch in früheren Fahrzeugen Standard.



Mehrlösige Steuerventile

Mehrlösige Steuerventile ermöglichen im Gegensatz zu einlösigen Steuerventilen ein stufenweises lösen der Bremsen. Sie vermindern dabei den Bremszylinderdruck entsprechend der Erhöhung des HL-Drucks, was ein Erschöpfen des Druckluftvorrats im Vorratsluftbehälter verhindert.



KE-Steuerventile  [1]

Bei mehrlösigen Knorr-Steuerventilen mit Einheitswirkung (KE) ist es nicht mehr erforderlich, die Düsen im Steuerventil nach der Größe der verwendeten Bremszylinder zu bemessen. Für alle vorkommenden Bremszylindergrößen und Kolbenhübe kann daher eine Steuerventilausführung eingesetzt werden.



Literaturquelle:

[1]  J. Janicki, H. Reinhard, M. Rüffer "Schienenfahrzeugtechnik", Bahn Fachverlag, 3. Auflage, 2013, S. 337