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Schnellbremsschleife (SBS) in Triebwagen



Allgemein  [1]

■  Schnellbremsschleife als zusätzliche elektronische Sicherheitsschleife

Die Schnellbremsschleife (SBS) ist eine elektronische Sicherheitsschleife die über ein Notventil die ►Hauptluftleitung (HL / HLL) entlüften kann. Sie kommt zusätzlich zur Bremssteuerfunktion über die Fahr-/Bremshebel zur Anwendung. 


Die Schnellbremsschleife stellt sicher, dass auch beim Ansprechen einer Sicherheitseinrichtung wie 


oder dem Auslösen

die Bremse wirksam werden kann.



Bremswirkgruppe  [2]

Die Bremswirkgruppe steuert bei einer Zwangsbremsung das Notventil an und wirkt über dieses auf die Hauptluftleitung. Zum pneumatischen Absperren der Anlage bei Störungen ist ein gemeinsamer PZB/LZB-Luftabsperrhahn für PZB und LZB vorhanden. Bei Fahrzeugen ohne HL ist ein ep-Bremswirkbaustein vorhanden. 

Bei Fahrzeugen mit Schnellbremsschleife werden die Zwangsbremsausgabe und damit die Entlüftung der HL zeitgleich über die Bremswirkgruppe und SBS vorgenommen. 



Überbrückung der Schnellbremsschleife  [1][3]

Lässt sich die Schnellbremsschleife aufgrund einer Störung nach dem Auslösen einer Schnellbremsung nicht mehr aufheben, so kann durch Drücken eines Tasters (Bezeichnung "Störfahrt" oder "Überbrückung SBS") die Strecke geräumt und das Fahrzeug aus eigener Kraft bewegt werden. Die zugelassene Geschwindigkeit einer Störfahrt liegt bei 80 km/h. (siehe ►Störfahrt / Überbrückung der Schnellbremsschliefe)



Literaturquelle:

[1]  DB-Fachbuch "Schienenfahrzeugtechnik", 2. Auflage, Seite 347

[2]  Ril 483.0202 Abschn. 2.4 Abs. 2 - gültig ab 15.04.2009

[3]  Ril 493.0423 Abschn. 9 - gültig ab 01.10.2004