bahn-seminar.info       Regeln - Fachbegriffe - Erläuterungen

bahnbetriebsstelle.de

Magnetschienenbremse (Mg)

  • Zusätzliche Bremseinrichtung für Reisezugwagen, Triebzüge und Triebwagen



Allgemein  [1]

Die Magnetschienenbremse, abgekürzt Mg oder auch MSB, ist eine Bremseinrichtung, die zusätzlich zur indirekten Druckluftbremse bzw. der elektropneumatischen Bremse (ep-Bremse) zum Einsatz kommt. Sie erhöht dabei die Bremskraft im Vergleich zur Radbremse erheblich und ist auch bei Notbremsungen unverzichtbar.

Anders als die Wirbelstrombremse (WB) arbeitet die Mg-Bremse nicht verschleißfrei. Bei ihrer Nutzung kommt es unmittelbar zum Reibungskontakt zwischen der Schienenoberkante und dem Bremsmagneten am Zug, der zudem durch ein erzeugtes Magnetfeld auf die Schiene gezogen wird.


Magnetschienenbremse eines Reisezugwagens (Bremsmagnet angehoben, in Ruhestellung)

Gliedermagnet einer Mg-Bremse mit sichtbaren Abnutzungspuren



Fahrzeuge mit Magnetschienenbremse

Fahrzeuge die über eine Magnetschienenbremse verfügen, sind vorallem ReisezugwagenTriebzüge und Triebwagen, die in der Regel für Geschwindigkeiten von 140 km/h oder mehr zugelassen sind. Sie werden unter Hinweis auf zusätzliche Bremsen mit "Mg" in der Bremsanschrift gekennzeichnet.


Beispiel an einem Doppelstock-Reisezugwagen



Aufbau und Wirkungsweise  [1][2][3][4]

Die Magnetschienenbremse ist zwischen den Rädern eines Drehgestells befestigt. Sie hängt dabei an Kolbenstangen zweier Betätigungszylinder. Im Ruhezustand wird der Bremsmagnet mit Federn, die sich in den Betätigungszylindern befinden, unwirksam in einer festen Höhe gehalten.


Aufbau der Magnetschienenbremse (Quelle: Arbeitsgruppe DB/EBA/VDB/VDV)


Bei der Einleitung eines Bremsvorgangs wird der Bremsmagnet durch die Betätigungszylinder mit Druckluft aus der Hauptluftbehälterleitung (HBL) gegen die Federkraft auf die Schiene gedrückt. Ein Strom aus der Fahrzeugbatterie regt zudem die Spule im Bremsmagneten an, wodurch eine magnetische Kraft entsteht, die die Bremse an die Schiene heranzieht und die Reibung zusätzlich erhöht. Durch die entstehende Haftkraft zwischen Magnet und Schiene kombiniert mit einem Reibungskoeffizienten zwischen Bremse und Schiene ergibt sich eine Bremswirkung die zur Geschwindigkeitreduktion des Zuges führt.



Gliedermagnet

Da der Schleifschuh aus einem Gliedermagnet besteht, wird diese Art der Mg-Bremse auch als Gliedermagnetbremse bezeichnet. Bei Straßenbahnen (auf die hier nicht weiter eingegangen wird) kommen hingegen Starrmagnete mit einem Polschuh zum Einsatz.

Der Gliedermagnet besteht aus fest mit dem Magnetkörper verbundenen Endgliedern sowie beweglichen Zwischengliedern.


Gliedermagnet (Quelle: Arbeitsgruppe DB/EBA/VDB/VDV)


Endglieder und Zwischenglieder

Die Endglieder eines Magneten haben mehrere Aufgaben. Zum Einen sollen sie die für die Bremskraft maßgebenden Teile eines Magneten vor mechanischer Beschädigung schützen, zum Anderen sind sie dafür verantwortlich, den Magneten in Arbeitsstellung einwandfrei über Störstellen im Schienenbereich zu führen und die Entgleisungsneigung zu mindern. Sie tragen zur Gesamtbremsleistung des Magneten bei. Dafür erhalten die Endglieder eine besondere Form, die der Zulassung des Netzbetreibers bedarf.

Die Zwischenglieder eines Magneten tragen mit ihrem Haftkraftanteil zur Gesamtbremsleistung bei. Sie sind auch dafür verantwortlich, den Magneten in Arbeitsstellung einwandfrei über Störstellen zu führen und die Entgleisungsneigung zu mindern. Die Breite der Zwischenglieder ist abhängig von der Schienenkopfbreite.



Fahrzeugübersicht

Die folgenden Fahrzeuge nutzen eine Magnetschienebremse:


Reiseezugwagen

Triebzüge

Triebwagen

- Inhalte folgen -

BR 401 (ICE 1)

BR 628


BR 402 (ICE 2)



BR 411 / 415 (ICE T)



BR 605 (ICE TD)




Literaturquelle:

[1]  J. Janicki, H. Reinhard, M. Rüffer "Schienenfahrzeugtechnik", Bahn Fachverlag, 3. Auflage, 2013, S. 355-359

[2]  Knorr-Bremse: "Informer", Ausgabe 33 / August 2012, S. 10

[3]  http://www.schwarzer-bremse.com/deutsch/produkte/gliedermagnet-bremsen/

[4]  http://www.eba.bund.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Fahrzeuge/Fahrzeugtechnik/Bremsen/31_03_12_Reg_B012_Mb-Bremse.pdf?__blob=publicationFile&v=2