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Führerbremsventil (FbrV / FbV)

  • Bedieneinrichtung zur Regulierung der Druckluft in der Hauptluftleitung, zum Anlegen und Lösen der (durchgehenden) indirekt wirkenden Druckluftbremse
  • Richtungsschalter in Stellung "V" / "R" aktiviert, "M" / "0" deaktiviert FbrV; bei älteren Fahrzeugen Schlüsselventil zum Auf-/Absperren der HL



Allgemein  [1]

Das Führerbremsventil, abgekürzt FbrV oder FbV, ist die Bedieneinrichtung zur Regulierung des Drucks in der Hauptluftleitung (HL) und damit dem Anlegen und Lösen der (durchgehenden) indirekt wirkenden Druckluftbremse.

Je nach Stellung des Führerbremsventils und der damit zusammenhängenden Druckänderung in der HL wird die Bremskraft des Zuges - vom gelösten über den angelegten Zustand einer Betriebsbremsung bis hin zur Vollbremsstellung - beeinflusst. Wird das FbrV in die Schnellbremsstellung gebracht, so erfolgt eine Entleerung der HL in kurzer Zeit. Die Druckabsenkung auf 0 bar führt dabei zu einem schnellen Auslösen der vollen Bremswirkung.



FbrV in modernen Fahrzeugen aktivieren/deaktivieren

In modernen Triebfahrzeugen wird das Führerbremsventil durch das Umlegen des Richtungsschalters in Stellung "V" oder "R" aktiviert. Die Stellungen "M" oder "0" deaktivieren das FbrV. Außerdem befindet sich (bspw. in der Baureihe 146) an der Rückwand des Führerraums der Leuchtdrucktaster "FbrV Aus", mit dem das Führerbremsventil abgesperrt werden kann.


Führerbremsventil (links) und Bremssteller für E-Bremse (rechts) im Führerraum eines modernen elektrischen Triebfahrzeugs

Drucktaster "FbrV Aus" an der Rückwand des Führerraums einer Baureihe 146



FbrV und HL in älteren Fahrzeugen auf-/absperren

Bei älteren Fahrzeugen muss das Führerbremsventil hingegen mit einem Schlüsselventil aufgesperrt werden, um anschließend mit der Hebelstellung eine Druckveränderung herbeizuführen. Das Absperren erfolgt ebenfalls über das Schlüsselventil.


Führerbremsventil mit Schlüsselventil im Führerraum eines älteren Triebfahrzeugs



FbrV bedienen  [1]

Mit dem Führerbremsventil können folgende Handlungen durchgeführt werden:

  • Schnelles Auffüllen der Hauptluftleitung (Füllstoßstellung) mit Druckluft direkt aus der Hauptluftbehälterleitung des Triebfahrzeugs
  • Füllen der Hauptluftleitung und Aufrechterhaltung des Regelbetriebsdrucks von 5 bar auch bei geringen Undichtigkeiten (in Fahrtstellung des FbrV)
  • Feinstufiges Absenken bzw. Erhöhen des HL-Drucks von der Betriebsbremsung bis zur Vollbremsstellung (3,5 bar) und halten dieser Bremsanforderungen auch bei Undichtigkeiten
  • Absenken des HL-Drucks bis auf 0 bar (Schnellbremsung)
  • Absperren der HL



Wird das Führerbremsventil betätigt und der Druck in der HL unter den Regelbetriebsdruck von 5 bar (im Manometer angezeigt) abgesenkt, so erfolgt das Anlegen der Bremsen.

Manometer zeigt 5 bar HL-Druck und 10 bar HBL-Druck

Durch die Druckabsenkung des HL-Drucks geben die Steuerventile in den Fahrzeugen Druckluft aus den Vorratsluftbehältern in die Bremszylinder frei, die somit befüllt werden und Reibungsbremsen (Klotz- oder Scheibenbremsen) wirken lassen.

Wird das Führerbremsventil anschließend zurück in die Lösestellung gebracht und damit der HL-Druck wieder auf 5 bar angehoben, so werden die Bremszylinder entlüftet und die Bremsen am Zug lösen aus.