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Elektropneumatische Bremse (ep-Bremse)

  • Bremseinrichtung, bei der die Steuerung der Druckluftbremse über elektrische Magnetventile erfolgt



Allgemein  [1]

Die elektropneumatische Bremse, abgekürzt ep-Bremse, ist eine Bremseinrichtung, die in modernen Fahrzeugen zum Einsatz kommt. Sie steuert die Brems- und Lösevorgänge der Druckluftbremse mithilfe elektrischer Magnetventile und umgeht somit die Nachteile der pneumatischen Steuerung einer Druckluftbremse. Die ep-Bremse verkürzt damit die sonst übliche lange Durchschlagszeit der Druckluft und erhöht die nur mäßige Regulierbarkeit aufgrund des trägen Lufttransports in der Hauptluftleitung (HL).


Die elektropneumatische Bremse wird unterschieden in

  • eine indirekte ep-Bremse und
  • eine direkte ep-Bremse.


Wird die ep-Bremse im Bedarfsfall ausgeschaltet, so erfolgt die Steuerung wie bei der konventionellen Zugbremse ausschließlich pneumatisch.



Bremsanschriften für Fahrzeuge mit ep-Bremse  [3]

Fahrzeuge die über eine ep-Bremse und ggf. zusätzlich über eine Notbremsüberbrückung (NBÜ) oder Notbremsanforderung (NBA) verfügen, werden mit einer der folgenden Bremsanschriften für Sondereinrichtungen gekennzeichnet:



ep-Bremse mit Bremssteuerung über 13- bzw. 18-adriges UIC-Kabel nach UIC 558 (DB-Standard)


ep-Bremse mit vereinfachter Bremssteuerung nach
UIC 541-5 (Steuerleitung mit 4 Adern) oder mit anderer Steuerung


ep-Bremse mit Bremssteuerung
(Steuerleitung über 9 Adern) nach UIC 541-5 und 6


elektropneumatische NBÜ mit Steuerung über 13- bzw. 18-adrige IS-Leitung nach UIC 558 (DB-Standard)


ep-Bremse und NBÜ nach UIC 541-5 mit Steuerung über 9-adrige
Steuerleitung


ep-Bremse und NBA nach UIC 541-6 mit Steuerung über 9-adrige
Steuerleitung (Dauerbefehl NBÜ auf Ader A)



Indirekte ep-Bremse  [1][2]

Die indirekte ep-Bremse unterstützt als zusätzliches System die rein pneumatisch gesteuerte durchgehende selbsttätige indirekte Druckluftbremse. Hierbei wird der Druck in der Hauptluftleitung über elektrische Brems- und Lösemagnetventile beeinflusst. Die Magnetventile sind dabei in einer elektropneumatischen Steuereinheit zusammengefasst, die in jedem Fahrzeug des Zugverbands vorhanden sein muss. Die elektronische Steuerung der Bremse wird in Abhängigkeit zur Brems- oder Lösestellung des Führerbremsventils über die Informations- und Steuerleitung (IS) weitergegeben. Damit werden alle im Zug vorhandenen ep-Bremsen angesteuert, die ein gleichmäßiges Absenken bzw. Anheben des HL-Druckes über die gesamte Zuglänge bewirken.



Direkte ep-Bremse  [1]

Bei der direkten ep-Bremse, die vor allem in Triebzügen des Nahverkehrs zur Anwendung kommt, werden die Bremszylinder im gesamten Zug zeitgleich über elektrische Brems- und Lösemagnetventile direkt be- und entlüftet. Die Selbsttätigkeit der Bremse wird in der Regel mit einer elektrischen Sicherheitsschleife, die so genannte Schnellbremsschleife (SBS), gewährleistet. Alternativ kann dazu auch eine zusätzliche indirekt wirkende Druckluftbremse zum Einsatz kommen.



Literaturquelle:
[1]  J. Janicki, H. Reinhard, M. Rüffer "Schienenfahrzeugtechnik", Bahn Fachverlag, 3. Auflage, 2013, S. 361-363

[2]  Ril 493.0146 Absch. 6.8 - gültig ab 01.12.2005

[3]  Deine Bahn 12/2007, Bahn Fachverlag, Seite 27