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Drehgestell (DG)

  • Drehbares Laufwerk mit zwei oder mehr Radsätzen, das über einen Drehpunkt mit dem Fahrzeugkasten verbunden ist
  • Beinhaltet gebremste, angetriebe oder nicht angetriebe Radsätze



Allgemein  [1]

Drehgestelle, abgekürzt DG, sind angetriebene oder nichtangetriebene und gebremste drehbare Laufwerke, mit in der Regel zwei oder mehr Radsätzen, die in einem festen Rahmen zusammengefasst sind. Sie werden über einen Drehpunkt (Verbindung zwischen Drehpfanne und Drehzapfen) mit dem Fahrzeugkasten verbunden und führen somit das Fahrzeug auf dem Schienenfahrweg.

Drehgestelle können über Triebachsen und/oder Laufachsen verfügen und unterteilen sich daher in so genannte Trieb- und Laufdrehgestelle.


Grundsätzlich unterscheidet man zudem in

  • Drehgestelle (konventioneller Art) und
  • Jakobsdrehgestelle


Drehgestell eines ICE 1-Mittelwagens


Jakobsdrehgestell eines Elektrotriebzuges der Baureihe 423/433




Triebdrehgestell (TD)  [2][3]

Triebdrehgestelle, abgekürzt TD, - Jakobstriebdrehgestelle eingeschlossen - sind Drehgestelle, die in der Regel durch alle Achsen angetrieben werden - mindestens jedoch über eine angetriebene Achse verfügen. Sie besitzen zudem Scheibenbremsen und ggf. auch Magnetschienenbremsen.


Triebdrehgestell einer Elektrolokomotive der Baureihe 152 mit Scheibenbremsen, PZB-Fahrzeugmagnet und Sandstreueinrichtung


Bei Triebfahrzeugen mit Dieselantrieb wird das Drehmoment des Motors vom Getriebe kommend auf das Radsatzgetriebe übertragen, das den jeweiligen Triebradsatz in Bewegung versetzt.

Bei Triebfahrzeugen mit elektrischem Antrieb wird in der Regel jede Achse eines Triebdrehgestells über einen eigenen Fahrmotor angetrieben. Die Fahrmotoren sind dabei im Drehgestellrahmen aufgehängt und versetzen die Triebradsätze über ein Getriebe in Bewegung. Sind die Fahrmotoren nicht im Drehgestellrahmen integriert, so erfolgt die Kraftübertragung vom Antrieb auf die Achse durch eine Gelenkwelle, die mit dem Getriebe verbunden ist und somit den Radsatz in Bewegung setzt.

Neben der Druckluftbremse, die auf das Rad oder die Radsatzwelle wirkt, fungieren die Fahrmotoren bei Triebfahrzeugen mit elektrischem Antrieb umgekehrt zudem als elektrische Bremse in dem sie beim Bremsvorgang als Generatoren wirken. Bei Fahrzeugen mit Dieselmotor kann die dynamische Bremse hingegen über das Getriebe als hydraulische Bremse erfolgen.



Laufdrehgestell (LD)  [1]

Laufdrehgestelle, abgekürzt LD, - Jakobslaufdrehgestelle eingeschlossen - sind Drehgestelle, die aus zwei oder mehr antriebslosen, gebremsten Laufachsen bestehen. Sie besitzen in der Regel Scheibenbremsen oder Klotzbremsen und ggf. auch Magnetschienenbremsen. 

Laufdrehgestelle von ICE-Zügen der Baureihen 403, 406 und 407 verfügen zudem über Wirbelstrombremsen.


Laufdrehgestell eines ICE 1-Mittelwagens mit Scheibenbremsen und Magnetschienenbremse

Laufdrehgestell eines Güterwagens mit Klotzbremsen



Literaturquelle:
[1]  J. Janicki, H. Reinhard, M. Rüffer "Schienenfahrzeugtechnik", Bahn Fachverlag, 3. Auflage, 2013, Seite 100
[2]  J. Janicki, H. Reinhard, M. Rüffer "Schienenfahrzeugtechnik", Bahn Fachverlag, 3. Auflage, 2013, Seite 111

[3]  J. Janicki, H. Reinhard, M. Rüffer "Schienenfahrzeugtechnik", Bahn Fachverlag, 3. Auflage, 2013, Seite 202