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Bremsanzeigeeinrichtung

  • Anzeige über Anlege- oder Lösezustand der Bremsen eines Fahrzeuges mithilfe farbiger oder anders gekennzeichneter Schauzeichen



Allgemein  [1]

Die Bremsanzeigeeinrichtung dient dem Erkennen des Anlege- oder Lösezustands der Bremsen auch außerhalb des Fahrzeugs. Sie kann dabei den Zustand der direkt wirkenden Druckluftbremse (Zusatzbremse) sowie der (durchgehenden) indirekt wirkenden Druckluftbremse und der Feststellbremse (Federspeicherbremse bzw. Handbremse) anzeigen.

Zusätzliche Sonderanzeigen können aber auch - je nach Fahrzeug - den Zustand der Bremsausrüstungen, wie bspw. der elektropneumatischen Bremse (ep-Bremse), der Magnetschienenbremse (Mg) oder der Wirbelstrombremse (WB) wiedergeben.


Bremsanzeige einer Lokomotive der ÖBB-Baureihe 1216

Bremsanzeige einer Lokomotive der DB-Baureihe 152

Bremsanzeige eines Doppelstock-Reisezugwagens

Bremsanzeige eines Reisezugwagens


Der Zustand der Bremseinrichtungen wird dabei auf beiden längsseitigen Fahrzeugaußenseiten mit unterschiedlichen Schauzeichen abgebildet. Neben der Anzeige über den gelösten oder angelegten Zustand der Bremsen, wird damit auch angezeigt, ob die Anzeige gültig oder ungültig ist.



Schauzeichen  [1]

Die folgenden Schauzeichen geben darüber Auskunft, ob Bremsen am Fahrzeug angelegt bzw. gelöst sind oder ob keine Aussage über den Bremszustand möglich ist. 

Für farbuntüchtige Mitarbeiter ist das rote Schauzeichen zusätzlich mit einem schwarzen Punkt in der Mitte oder ein einigen Fällen auch mit einem schwarzen Strich gekennzeichnet.





gelöste Bremse

angelegte Bremse

Ruhestellung


(keine Aussage möglich, da keine Druckluft vorhanden)






Anzeige an Lokomotiven

Bei Lokomotiven wird der Bremszustand der direkten und indirekten Druckluftbremse am jeweiligen Drehgestell (DG) sowie der Zustand der Federspeicherbremse (FspBr) angezeigt.


Druckluftbremse an beiden Drehgestellen und Federspeicherbremse sind angelegt


Druckluftbremse an beiden Drehgestellen ist angelegt,  Federspeicherbremse ist gelöst


Druckluftbremse an beiden Drehgestellen und Federspeicherbremse sind gelöst


Druckluftbremse an beiden Drehgestellen ist gelöst,  Federspeicherbremse ist angelegt


Druckluftbremse an beiden Drehgestellen ist gelöst, Federspeicherbremse ist abgesperrt


Druckluftbremse an beiden Drehgestellen ist angelegt, Federspeicherbremse ist abgesperrt



Anzeige an Reisezugwagen

Bei Reisezugwagen wird der Bremszustand der Druckluftbremse (an den Drehgestellen) sowie ggf. der Handbremse angezeigt. Die Anzeige für die Handbremse bezieht sich auf die Fahrzeugseite, in deren Richtung (in den folgenden Beispielen rechts) sich die Handbremse am oder im Fahrzeug befindet. Einer angezogene Handbremse wird nur solange mit einem roten Schauzeichen angezeigt, wie Druckluft im Anzeigesystem vorhanden ist.


Druckluftbremse an beiden Drehgestellen ist angelegt

(ggf. auch Handbremse)


Druckluftbremse an beiden Drehgestellen ist gelöst;

Handbremse ist angelegt


Druckluftbremse an beiden Drehgestellen und die Handbremse

sind gelöst


Keine Druckluft vorhanden;

es ist zu prüfen, ob die Handbremse angelegt oder gelöst ist!



Sonstige Anzeigeeinrichtungen  [1]

Je nach Fahrzeug kann es verschiedene Sonderformen der Bremsanzeigeeinrichtung geben, die auch den ein- oder ausgeschalteten Zustand der Bremsausrüstung anzeigen.


Druckluftbremse (Schreibenbremsen) und Magnetschienenbremse (Mg) eingeschaltet


Druckluftbremse (Schreibenbremsen) ausgeschaltet; Magnetschienenbremse (Mg) eingeschaltet


Druckluftbremse (Schreibenbremsen) eingeschaltet; Magnetschienenbremse (Mg) ausgeschaltet


Druckluftbremse (Schreibenbremsen) und Magnetschienenbremse (Mg) ausgeschaltet




Literaturquelle:

[1]  J. Janicki, H. Reinhard, M. Rüffer "Schienenfahrzeugtechnik", Bahn Fachverlag, 3. Auflage, 2013, S. 331-334