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Automatische Lastabbremsung

  • Dient der selbsttätig geregelten kontinuierlichen Anpassung der Bremskraft an das Fahrzeuggewicht
  • Bremsanschrift am Fahrzeug weist auf Art der Einrichtungen zur Bremskraftanpassung hin



Allgemein  [1][2]

Die automatische Lastabbremsung ist eine Einrichtung zur Bremskraftanpassung. Sie regelt dabei kontinuierlich die Bremsleistung in Abhängigkeit zur Veränderung des Fahrzeuggewichts und erreicht somit auch annähernd konstante Bremshundertstel (BrH).

Anders als bei den meisten Güterwagen, die über eine mechanische (manuell einstellbare) stufenweise Lastabbremsung (siehe Lastwechsel) verfügen, wird hier die erforderliche Bremskraft selbsttätig proportional zur Fahrzeugbelastung erzeugt. Diese kann über den gesamten oder teilweisen Lastbereich, von unbesetzt/leer bis vollbesetzt/vollbeladen, erfolgen.



Fahrzeuge mit automatischer Lastabbremsung

Mit einer automatischen Lastabbremsung sind zum einen Reisezugwagen und Triebwagen im Nahverkehr, als z.B. auch Containertragwagen und einige Schiebewandwagen des Güterverkehrs ausgestattet. Fahrzeuge die über eine automatische Lastabbremsung verfügen, sind unter Hinweis auf die Einrichtung zur Bremskraftanpassung mit einem "A" in der Bremsanschrift gekennzeichnet.


Beispiel an einem Doppelstock-Reisezugwagen



Funktion  [1][2]

Die automatische Lastabbremsung funktioniert über eine kontinuierliche Messung der Fahrzeugbelastung. Dies erfolgt durch

  • Wiegeventile bei Güterwagen,
  • Einstellventile bei Reisezugwagen oder
  • Luftfederventile bei Fahrzeugen mit luftgefederten Drehgestellen.


Die Regelung der Bremskraft wird daraufhin durch eine dauerhafte Anpassung des Höchstdrucks im Bremszylinder umgesetzt. Diese Anpassung wird pneumatisch nach Maßgabe eines lastabhängigen T-Drucks - abhängig vom Wiege-, Einstell- oder Luftfederventil - über ein Regelbares Lastbremsventil (RLV) gesteuert.



Literaturquelle:

[1]  J. Janicki, H. Reinhard, M. Rüffer: "Schienenfahrzeugtechnik", Bahn Fachverlag, 3. Auflage, 2013, S. 368
[2]  F. Minde: "Grundlagen der Eisenbahnbremstechnik", DB Systemtechnik, 2007, S. 10