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Mindestbremshundertstel (Mbr)



Allgemein  [1]

Die Mindesbremshundertstel, abgekürzt Mbr, geben das erforderliche Bremsvermögen eines Zuges an (siehe ►Bremshundertstel), dass mindestens erreicht werden muss, um

  • auf einem bestimmten Streckenabschnitt
  • mit der höchstzulässigen Fahrplangeschwindigkeit

fahren zu dürfen.


Sie ergeben sich aus der maßgebenden ►Streckenneigung und dem Regelbremsweg (siehe ►Bremsweg) aus der zulässigen Streckengeschwindigkeit. 

Die Mbr gewährleisten, dass im Falle einer Bremsung aus der höchstzulässigen Fahrplangeschwindigkeit der Bremsweg, der in der Regel dem Vorsignalabstand entspricht, eingehalten wird.



Mbr im Fahrplan


Mbr im EBuLa und Buchfahrplan

Die für einen Zug erforderlichen Bremshundertstel (Mindestbremshundertstel) sind im Fahrplan

angegeben. [2]


Die Bremshundertstel eines Zuges müssen mindestens so hoch sein, wie die angegebenen Mindestbremshundertstel in den Fahrplanunterlagen!



Mbr in der La  [1]

Soweit die ►La Bremshundertstel angibt, müssen die im Zug vorhandenen Bremshundertstel mindestens so hoch sein wie die in der La angegebenen Bremshundertstel.

Bei Zügen, in deren Fahrplan eingetragen ist „Mindestens 90 % der Achsen des Wagenzuges müssen gebremst sein“, gelten die im Fahrplan angegebenen Mindestbremshundertstel als im Zug vorhanden, wenn mindestens 90 % der Achsen des Zuges gebremst sind.

Die im Fahrplan angegebene größte zulässige Geschwindigkeit des Zuges darf jedoch nicht überschritten werden.



Bei fehlenden Bremshundertstel eines Zuges


a)  BZ verständigen / Fahrplan-Mitteilung erhalten  [3][4]

Verfügt ein Zug über ein zu geringes Bremsvermögen als in den Fahrplanunterlagen vorgesehen (es fehlen Bremshundertstel), so muss der Triebfahrzeugführer die ►Betriebszentrale (BZ) verständigen und ihr

  • die fehlenden Bremshundertstel,
  • die im Zug vorhandenen Bremshundertstel und
  • die Bremsstellung des Zuges

bekannt geben.


Nach Möglichkeit muss der Triebfahrzeugführer der Betriebszentrale anhand der Fahrplanangaben mitteilen,

  • für welchen Streckenabschnitte Bremshundertstel fehlen sowie
  • welcher letzte Haltbahnhof vor dem jeweils betroffenen Streckenabschnitt liegt.


Wurden die fehlenden Bremshundertstel der Betriebszentrale gemeldet, erteilt diese dem Triebfahrzeugführer per Fahrplan-Mitteilung eine Weisung für die Streckenabschnitte, auf denen Bremshundertstel fehlen.



b)  BZ nicht erreichbar - Geschwindigkeitsreduktion um je 1 km/h pro fehlendem BrH

Verfügt ein Zug über ein zu geringes Bremsvermögen als in den Fahrplanunterlagen vorgesehen (es fehlen Bremshundertstel), so muss der Triebfahrzeugführer - wenn die Betriebszentrale nicht erreichbar ist - die  Fahrplangeschwindigkeit und die durch Signale angezeigte Geschwindigkeit um je 1 km/h pro fehlendem BrH reduzieren.


Beispiel:

Verfügt ein Zug über nur 98 BrH statt der erforderlichen 110 Mbr, so ist die Geschwindigkeit von zugelassenen 120 km/h auf 108 km/h, entsprechend der fehlenden 12 BrH, zu reduzieren.



Literaturquelle:

[1]  Ril 408.2341 Abschn. 2 Abs. 1, Buchstabe b, Nr 2 - gültig ab 13.12.2015

[2]  Ril 408.2721 Abschn. 3 - gültig ab 13.12.2015

[3]  Ril 408.2721 Abschn. 4 Abs. 1 - gültig ab 13.12.2015

[4]  Ril 408.2721 Abschn. 4 Abs. 2 - gültig ab 13.12.2015