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Rückfallweiche

  • Ortsgestellte Weiche, die in Grundstellung verschlossen ist
  • Auf Bahnhöfen von Nebenbahnen ist so keine manuellen Weichenbedienung erforderlich
  • Überwachungssignal Ne 13 (früher und auf NE-Bahnen: So 18 - DV 301) überwacht Endlage zum Befahren gegen die Weichenspitze
  • Befahren der Weiche in Auffahrrichtung mit höchstens 40 km/h


 

Allgemein  [1][3]

Rückfallweichen sind ortsgestellte Weichen (auch "Handweichen" genannt), die in Grundstellung (Endlage) verschlossen sind. Sie kommen vor allem auf wenig genutzten eingleisigen ►Nebenbahnen zum Einsatz, wo ►Zugfahrten im Zugleitbetrieb (ZLB) durchgeführt werden.

In ►Bahnhöfen (Bf) mit mindestens zwei Rückfallweichen sind ►Zugkreuzungen ohne manuelle Weichenbedienung möglich. Die Weichen sind zur Einfahrt aus jeder Richtung in den Bahnhof festgelegt (Weiche in Grundstellung). Bei der Ausfahrt wird die Weichen aufgefahren (Radsatz drückt Weichenzunge an Backenschiene).

Gemäß Ril 436.0001 Abschn. 2 Abs. 11 sind Bahnhöfe mit Rückfallweichen und Richtungsbetrieb im Betriebsstellenbuch / Streckenbuch genannt.


Bahnhöfe mit Rückfallweichen in Grundstellung.



Hebelgewicht mit gelb-schwarzem Farbanstrich  [4]

Das Hebelgewicht von Rückfallweichen hat gemäß Ril 301.9001 Abschn. 16 Abs. 2 einen gelb-schwarzen Farbanstrich.



Befahren der Weiche gegen die Spitze  [1]

Rückfallweichen werden durch eine Feder in ihrer Grundstellung gehalten, sodass Zug- oder Rangierfahrten, die die Weiche gegen die Spitze befahren, immer in dasselbe Bahnhofsgleis geführt werden.


Befahrbarkeit der Rückfallweiche durch Signal Ne 13 angezeigt  [2]

Die Endlage ist eine wichtige Vorraussetzung für das sichere Befahren der Rückfallweiche. Aufgrund fehlender Signaltechnik auf Nebenbahnen mit Zugleitbetrieb (ZLB) kann diese nicht durch die Fahrstraßenfestlegung geprüft und überwacht werden. Ob sich die Rückfallweiche also in Grundstellung befindet und sie gegen die Spitze befahren werden darf, wird am Signal ►Ne 13 - Überwachungssignal einer Rückfallweiche ersichtlich.

Seit dem 12.12.2010 ersetzen die Signale Ne 13a/b die früheren Signale So 18a/b (DV 301) im Gesamtbereich der DB Netz AG.




Ne 13 a

Rückfallweiche ist gegen die Spitze befahrbar

Ne 13 b

Rückfallweiche ist gegen die Spitze nicht befahrbar, vor der Weiche halten


Anordnung des Überwachungssignals für Rückfallweichen.


Das Überwachungssignal einer Rückfallweiche wird auf ►Hauptgleisen durch ein Signal ►Ne 12 - Ankündigungsbake für Überwachungssignal einer Rückfallweiche angekündigt. 



Keine Ne 12 in Nebengleisen  [5]

Für Rückfallweichen in ►Nebengleisen werden gemäß Ril 301.1401 Abschn. 8 Abs. 5 keine Signale Ne 12 aufgestellt.



Befahren der Weiche gegen die stumpfe Seite

In Gegenrichtung, beim Befahren der Weiche von der stumpfen Seite her, wird die Rückfallweiche planmäßig durch das Fahrzeug oder führende Fahrzeug eines Zuges aufgefahren. Die abliegende Weichenzunge wird beim Auffahren durch den ersten Radsatz an die Backenschiene gedrückt. 

Nachdem das Fahrzeug bzw. der Zug die Weiche passiert hat, läuft die Weichenzunge nach einer Verzögerung von 6 bis 10 Sekunden mit Federkraft selbsttätig wieder zurück in die Grundstellung gebracht.



Entgleisungsgefahr bei Fahrzeugen mit Radsatzlast unter 3,5 t  [1]

Bei Fahrzeugen mit einer Radsatzlast von weniger als 3,5 t (z.B. Zweiwegebagger) reicht die Schwerkraft des Fahrzeuges für ein vollständiges Andrücken der Weichenzunge an die Backenschiene nicht aus. Es besteht für diese Fahrzeuge Entgleisungefahr.



Geschwindigkeit in Auffahrrichtung höchstens 40 km/h  [1]

Rückfallweichen dürfen in Auffahrrichtung grundsätzlich nur mit 40 km/h befahren werden.



Literaturquelle:
[1]  Fachbuch "Zugleitbetrieb für einfache betriebliche Verhältnisse", 2006, ab Seite 156
[2]  Ril 301.1401 Abschn. 9 - gültig ab 12.12.2010
[3]  http://stellwerke.de/signal/deutsch/ne.html

[4]  Ril 301.9001 Abschn. 16 Abs. 2 - gültig ab 09.12.2012