bahn-seminar.info       Regeln - Fachbegriffe - Erläuterungen

bahnbetriebsstelle.de

Bahnübergang (BÜ)

  • Höhengleiche Kreuzung von Eisenbahnen mit Straßen, Wegen und Plätzen
  • Nur auf Bahnstrecken bis 160 km/h zulässig
  • Eisenbahnverkehr hat Vorrang vor anderen Verkehrsteilnehmern / Kennzeichnung durch Andreaskreuz (Zeichen 201 StVO)



Allgemein  [1][2]

Ein Bahnübergang, abgekürzt BÜ, ist eine höhengleiche Kreuzung, bei der sich Eisenbahnen mit Straßen, Wegen und Plätzen in der selben Ebene überschneiden.


Bahnübergang mit Halbschranken und Lichtzeichenanlage (Quelle: Michael Loeper/pixelio.de)


Nicht als Bahnübergänge im Sinne § 11 Abs. 1 EBO gelten:



Zulässigkeit von Bahnübergängen auf Bahnstrecken  [2]

Gemäß § 11 Abs. 2 EBO sind Bahnübergänge nur auf Bahnstrecken mit einer zugelassenen Geschwindigkeit von bis zu 160 km/h zulässig. Bei Bahnstrecken mit höheren Geschwindigkeiten haben Straßen- und Wegekreuzungen von Eisenbahnwegen höhenfrei durch Unterführungen (Tunnel) oder Überführungen (Brücken) zu erfolgen.



Kennzeichnung von Bahnübergängen für Straßenverkehrsteilnehmer  [3][4][5]

Auf Bahnübergängen hat der Eisenbahnverkehr Vorrang vor dem Straßenverkehr und anderen Verkehrsteilnehmern.


Der Vorrang des Schienenverkehrs ist durch ein Andreaskreuz in direkter Nähe (unmittelbar davor) zum Bahnübergang gekennzeichnet. Das Andreaskreuz, in der Straßenverkehrsordnung (StVO) als Zeichen 201 bekannt, enthält dabei ein Warte- und Haltegebot für alle Straßenverkehrsteilnehmer die den Weg von Schienenbahnen kreuzen.


Bahnübergang (unbeschrankt) aus Sicht der Straßenverkehrsteilnehmer


Straßenfahrzeuge haben vor dem Andreaskreuz, Fußgänger in sicherer Entfernung vor dem Bahnübergang zu warten, wenn

  • sich ein Schienenfahrzeug nähert,
  • rotes Blinklicht oder rote oder gelbe Lichtzeichen gegeben werden,
  • die Schranken sich senken oder geschlossen sind oder
  • ein Bahnbediensteter Halt gebietet.



StVO Verkehrszeichen  [6][7]

Zeichen 201 StVO


"Andreaskreuz"


  • Schienenfahrzeuge haben Vorrang


Zeichen 201 StVO


"Andreaskreuz" mit Blitzpfeil in der Mitte


  • Schienenfahrzeuge haben Vorrang
  • Bahnstrecke verfügt über elektrische Fahrleitung (Oberleitung)


Zeichen 150 StVO


  • Bahnübergang mit Schranken oder Halbschranken


Zeichen 151 StVO


  • Bahnübergang bzw. unbeschrankter Bahnübergang



Eine Aufstellung von Andreaskreuzen (Zeichen 201 StVO) ist nicht erforderlich an:

  1. Feld- und Waldwegen, wenn die Bahnübergänge ausreichend erkennbar sind,
  2. Fußwegen,
  3. Privatwegen ohne öffentlichen Verkehr, die als solche gekennzeichnet sind,
  4. anderen Straßen und Wegen über Nebengleise, wenn die Bahnübergänge für das Befahren mit Eisenbahnfahrzeugen durch Posten vom Straßenverkehr freigehalten werden.



Literaturquelle:

[1]  § 11 Abs. 1 EBO

[2]  § 11 Abs. 2 EBO

[3]  § 19 StVO

[4]  http://www.rechtslexikon.net/d/bahnuebergang/bahnuebergang.htm

[5]  http://www.rechtslexikon.net/d/andreaskreuz/andreaskreuz.htm

[6]  http://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/anlage_2.html

[7]  http://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/anlage_1.html